352 Seiten | Einzelband | Jugendroman | 20.03.2017 | cbt Verlag | 16,99€ | Hier kaufen

Inhalt

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.

Erster Satz

Früher, als ich noch klein war, hatte ich Angst vor dem Spiegel.


Meine Meinung

Nach zwölf Jahren taucht die vermisste Schwester von Mari auf einmal wieder auf und zieht bei ihnen ein. Ihre Eltern versuchen so zu tun, als sie Annika nie weg gewesen und Mari fühlt sich noch mehr in den Schatten gestellt, als die Jahre zuvor schon. Und Annika ist anders, zurückgezogen, lügt und ist auf keinen Fall die Tochter, die vor zwölf Jahren verschwunden ist. Um ihrer kaputten Familie zu entfliehen, fährt sie mit ihren Freunden, Clementine und Ole weg, ohne jemandem bescheid zu sagen.

Mari fühlt sich seit Annikas Verschwinden so, als sei sie nicht die "richtige" Tochter, als sei sie nur ein Ersatz. Sie ging zur Therapie und mittlerweile zu einer Gruppenstunde mit anderen Menschen, die ihre Geschwister verloren haben, wo sie schließlich Clementine und Ole kennen lernt. Ansonsten ist sie eher zurückhaltend und versucht eine äußere Fassade aufrecht zu erhalten.
Ich hatte nichts gegen Mari, an sich habe ich sie wirklich verstanden und fand sie auch nicht sonderlich unsympathisch, wie ich es in einigen anderen Rezensionen gelesen habe. Ich mochte sie sogar. Auch gegen Clementine und Ole hatte ich nichts, Clementine mochte ich sogar sehr, ich fand sie super sympathisch und auch sie hat mit eigenen Problemen zu kämpfen. Auch zu kämpfen hatte Ole, ihn mochte ich nicht so sehr wie Clementine, er hatte einfach eine etwas aggressivere Art, mit seinen Problemen umzugehen.

Der Roman ist in der Ich-Form aus Maris Sicht verfasst worden und jedes Kapitel hat mit 2, 3 Sätzen begonnen, die zum Kapitel passten, aber nicht ganz dazu gehörten. Das ist jetzt etwas schwer zu erklären, aber es war wie ein kleines Zitat zu Beginn und das hat mir ganz gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist auch sehr schön gewesen, ich habe das Buch in einem Rutsch lesen können und fand es an keiner Stelle langatmig oder ähnliches.


So kommen wir jetzt zur Handlung und wie sie mir gefallen hat. Ich muss sagen, dass ich im Vorfeld nur negative Rezensionen gelesen habe und schon "vorgewarnt" wurde. Das Buch sei kein lockerer Roadtrip, wie es laut Klappentext scheinen mag. 
Ich muss sagen, dass ich die Idee sehr gut finde, auch die Auflösung, warum Annika verschwunden ist. Allerdings fehlten mir da ein paar Details, die wenigen, die erst ganz zum Schluss erwähnt wurden, waren mir einfach zu wenig. Andererseits ist es verständlich, dass Annika sich nicht gleich am ersten Tag öffnet und von ihren letzten 12 Jahren erzählt, es war für sie schließlich auch eine harte Zeit.
Ebenfalls gut fand ich, das ganze aus Maris Sicht zu hören und nicht aus Annikas, auch wenn mir ein Schluss-Kapitel aus ihrer Sicht auch gut gefallen hätte.
Ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass mehr Augenmerk auf Kindesentführung im Allgemeinen fehlen würde und da kann ich mich zwar anschließen, allerdings könnte ich nicht sagen, wie man das noch besser hätte einbinden können. Es ist schließlich ein Roman aus der Sicht eines jungen Mädchens und hach ja, ich weiß einfach nicht.
Das Ende fand ich zunächst eher nicht gut, es war so plötzlich und auf einen Schlag, aber andererseits war es irgendwie stimmig und hat gepasst.

Fazit


Du merkst vielleicht schon, dass ich in jedem Punkt ein wenig hin und her gerissen bin und ich weiß auch nicht ganz, was ich sagen soll. Ich weiß nicht wirklich, wie ich es bewerten soll. Es hat mir gut gefallen, es lässt mich nachdenklich zurück, aber es hatte einige Makel. Ich entscheide jetzt total aus dem Bauch heraus und mein Bauch sagt mir, dass ich jetzt gerne 4/5 Punkte vergeben würde haha, ein "Passabel" wäre aber auf jeden Fall zu wenig.

Ach ja! Ich finde es hier noch mal ganz wichtig zu erwähnen, dass ich im Voraus schon gehört habe, dass nicht viel auf allgemeine Kindesentführung etc. eingegangen wird und ich nicht mit einer neutralen, sondern eher negativen Erwartungen an das Buch gegangen bin!

Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ausgezeichnet

Liebst, Lara


4 Kommentare

  1. Hallo Lara,

    bei diesem Buch bin ich noch so hin und her gerissen ob ich es haben möchte, oder lieber nicht. Deine Rezension liest sich auch ziemlich zweigespalten, allerdings schon deutlich positiver als die meisten, die ich bislang so gelesen habe. Zumindest gibt sie mir Hoffnung, dass es doch vielleicht ganz lesenswert werden könnte. Vielen Dank für.

    Drachige Grüße
    Noctana von Drachenleben

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    1. Ich glaube bei dem Buch musst du dir echt einfach eine eigene Meinung machen :)

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  2. Hoppla, ich sehe grade, dass du dieses Buch auch schon rezensiert hast :D
    Schön, dass es dir gefallen hat. Ich muss es auch bald lesen <3

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